25 Jahre 9/11: Wie „Ash Wednesday“ am Ground Zero entstand | Fred George

Wie ein Foto vom Ground Zero zum Symbol für 9/11 wurde

25 Jahre nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 erinnert sich Fotograf und Zeitzeuge Fred George an seine Erlebnisse rund um Ground Zero. Er erzählt, wie sein später weltbekanntes Foto „Ash Wednesday“ entstand, warum er dafür von der Polizei festgenommen wurde und welche Bedeutung das Bild für ihn bis heute hat. Ein persönlicher Blick auf 9/11, die Macht der Fotografie und die Frage, warum Gewalt und Krieg auch Jahrzehnte später nicht überwunden sind.

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25 Jahre nach den Terroranschlägen auf das World Trade Center sind die Bilder des 11. September 2001 noch immer Teil des kollektiven Gedächtnisses. Eines dieser Bilder ist „Ash Wednesday“: eine Aufnahme von Feuerwehrleuten inmitten der zerstörten Umgebung am Ground Zero. Fotografiert wurde sie von Fred George, der die Anschläge zunächst von New Jersey aus erlebte und bereits beim Einschlag des ersten Flugzeugs überzeugt war, dass es sich nicht um einen Unfall handeln konnte.

In dieser Sonderfolge von „Politik auf den Punkt gebracht“ spricht Moderatorin Alina Gihl mit Fred George über seine persönlichen Erinnerungen an 9/11 und die Entstehung des Fotos. Andrew Wakeford begleitet das Gespräch als Live-Übersetzer.

Fred George schildert, wie er am Tag nach den Anschlägen mit dem Fahrrad bis zum später so bezeichneten Ground Zero gelangte. Stundenlang suchte er nach einem Motiv, das die Dimension des Geschehens festhalten konnte. Erst bei Sonnenuntergang, unter einem Feuerwehrwagen und mit einem Teleobjektiv, entstand die Aufnahme, die später als „Ash Wednesday“ bekannt wurde. Von neun Aufnahmen war es nach seiner Erinnerung das achte Bild, bei dem ein Feuerwehrmann die Hand ausstreckte und etwas an einen Kollegen weitergab.

Kurz nach der Aufnahme wurde George von der Polizei unter dem Feuerwehrwagen hervorgezogen, in Handschellen gelegt und sollte seine Kameras öffnen. Er konnte die Beamten schließlich davon überzeugen, die Filme nicht zu zerstören. Seine Presseakkreditierung verlor er dennoch. Wenig später erschien „Ash Wednesday“ im Time Magazine und entwickelte sich zu einem Bild, das auch Jahrzehnte nach den Anschlägen weiter verbreitet wird.

Im Gespräch geht es deshalb nicht nur um Fotografie, sondern auch um die gesellschaftliche Bedeutung solcher Bilder. Für Fred George steht die Aufnahme sinnbildlich für die Zerstörung von damals – und zugleich für Konflikte und Gewalt, die die Welt bis heute prägen. Seine pazifistische Haltung floss später auch in weitere politisch engagierte Kunstwerke ein, darunter eine Skulptur aus 42 AK-47-Gewehren in Form eines Kreuzes.

Heute lebt der gebürtige New Yorker in Saarbrücken und arbeitet weiter an Kunstprojekten mit politischer und gesellschaftlicher Botschaft. Dazu gehören ein Friedenszeichen sowie eine große Sonnenuhr aus wiederverwendetem Stahl, für die zum Zeitpunkt des Gesprächs ein Standort in St. Arnold im Gespräch ist. Auch darin sieht George eine Verbindung zu seinem zentralen Anliegen: dass es höchste Zeit sei, sich stärker auf Frieden zu konzentrieren.

Eine Sonderfolge über die Erinnerung an 9/11, die Entstehung eines ikonischen Fotos und die Frage, was die Bilder dieses Tages 25 Jahre später noch bedeuten.

Mehr Gespräche zu Politik, Gesellschaft und Zeitgeschichte gibt es in „Politik auf den Punkt gebracht“, dem Podcast der Union Stiftung.


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