Landtagswahlen im Osten: Wie stark verändert die AfD das Parteiensystem? | Prof. Dr. Karl-Rudolf Korte
AfD auf dem Vormarsch: Was die Wahlen für Brandmauer, CDU und politische Mitte bedeuten
Die Landtagswahlen im Osten könnten das deutsche Parteiensystem deutlich verändern. Parteienforscher Prof. Dr. Karl-Rudolf Korte erklärt, warum die AfD in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern so stark ist, was das für Regierungsbildungen und die Brandmauer bedeutet und ob die politische Mitte unter Druck gerät.
Die Landtagswahlen im Osten könnten zu einer wichtigen Zäsur für das deutsche Parteiensystem werden. In Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern zeichnet sich eine starke AfD ab. Damit stellt sich die Frage, wie Regierungsbildungen künftig funktionieren können und welche Folgen das für CDU, SPD und die politische Mitte hat.
Im Gespräch geht es um die Gründe für die besondere Stärke der AfD in Ostdeutschland. Prof. Dr. Karl-Rudolf Korte spricht über Transformationserfahrungen, Ostalgie, Ostrotz und darüber, wie sich das Wahlverhalten seit den 1990er Jahren verändert hat. Er erklärt auch, warum klassische Parteien viele Wählerinnen und Wähler heute weniger stark an sich binden und weshalb die AfD teilweise die Rolle einer Kümmererpartei übernommen hat.
Ein besonderer Fokus liegt auf Sachsen-Anhalt. Was würde passieren, wenn die AfD dort stärkste Kraft wird oder sogar in die Nähe einer absoluten Mehrheit kommt? Welche politischen Spielräume hätte ein AfD-Ministerpräsident und wie wahrscheinlich sind stattdessen Minderheitsregierungen oder ungewöhnliche Mehrheitskonstellationen?
Auch die Brandmauer zur AfD ist ein zentrales Thema. Korte erläutert, warum er eine formale Zusammenarbeit weiterhin für problematisch hält, zugleich aber auf kommunaler Ebene und bei einzelnen Sachfragen flexiblere Mehrheiten beobachtet. Für die etablierten Parteien sieht er die Aufgabe, nicht nur gegen die AfD zu argumentieren, sondern stärker für die eigenen politischen Ideen und den Wert der Freiheit zu werben.
Prof. Dr. Karl-Rudolf Korte ist Politikwissenschaftler und Parteienforscher und beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit Wahlen, Parteien und politischen Entscheidungsprozessen. Er ordnet ein, welche Auswirkungen die Landtagswahlen im Osten auch auf die Bundespolitik haben könnten und ob die politische Mitte trotz stärker werdender Ränder mehrheitsfähig bleibt.
Politik auf den Punkt gebracht, ein Podcast der Unionsstiftung.
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